Ich verstehe die Welt nicht mehr – oder „Die Kirche und ich“

Eigentlich schaue ich mir schon lange keine Nachrichten mehr an. Einfach deshalb, weil ich manchmal das Gefühl habe, nicht noch mehr Angst, Schrecken und Gräuelnachrichten mehr zu ertragen.

Gestern haben sie mich aber mal wieder eingeholt, diese Nachrichten. Und ich habe mir noch lange den Kopf darüber zerbrochen.

Hier ein Auszug aus den Meldungen vom 15. Mai 2018:

Die Fußballer Mesut Özil und Ilkay Gündogan, die für Arsenal London und Manchester City spielen, hatten sich am Sonntag mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in der britischen Hauptstadt London getroffen und sich auch mit ihm fotografieren lassen.

Gündogan hielt ein hellblaues Manchester-Trikot mit der Nummer acht hoch, auf dem auf Türkisch stand: „Mit großem Respekt für meinen Präsidenten.“ Beide Spieler wurden in Gelsenkirchen geboren. In Deutschland wurde das Treffen heftig von Presse, Politik und Öffentlichkeit kritisiert.

Auch der Ruf nach Konsequenzen – beispielsweise einem Ausschluss von der bevorstehenden WM in Russland – wurde laut. Diesen Rufen erteilte Bundestrainer Jogi Löw allerdings prompt eine Absage. Bei der Vorstellung des vorläufigen Kaders sagte der Bundestrainer auf die Frage, ob er an einen Ausschluss gedacht habe: „Selbstverständlich nicht. Daran habe ich nicht gedacht. Zu keiner Sekunde!“ (mgb / afp / dpa)

Wie kann ein superreicher deutscher Nationalspieler „pro Erdogan“ sein? Lässt es ihn kalt, dass seine Landsleute in der Türkei ohne Anklage verhaftet werden, nur weil sie als Journalisten beruflich genau das ausüben, was diese beiden Fußballer gemeinsam mit Erdogan tun? Nämlich Rede- und Pressefreiheit ausüben, die in Deutschland per Gesetz garantiert, von Erdogan in der Türkei aber so schändlich missachtet werden?

Donald Trump ordnet an, die US Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Und brüstet sich vor seinen eigenen Anhängern auch noch damit, zuerst nach den Kosten gefragt zu haben. „Was wird mich das kosten?“, habe er seine Berater gefragt.

„1 Milliarde Dollar“, sei die Antwort gewesen.“ „Also, lasst es uns tun.“

Dass seine Entscheidung aber auch etliche Menschen das Leben kosten würde, hat er dabei großzügig in Kauf genommen. Und obwohl alle wussten, dass diese Maßnahme neue Kämpfe im Gazastreifen heraufbeschwören würden, wurde der Auftrag des amerikanischen Präsidenten dennoch ausgeführt. Warum?

In Amerika wird die TV-Serie „Lucifer“ abgesetzt. Schon gibt es einen Shitstorm #SaveLucifer. Na, der Teufel wird sich freuen, wenn jetzt alle Welt schon offen nach seiner Rettung ruft. In der Serie kämpft das Gute gegen das Böse, aber in der Realität hat unter diesem Hashtag das Böse bereits die Oberhand!

 

Was mag in den Köpfen dieser Menschen vorgehen? Niemand kann die Beweggründe eines Anderen wirklich einschätzen. Gegen diesen ganzen Wahnsinn kann ich also nichts tun!

Aber wir leben in einer Welt der Dualität. Alles hat zwei Seiten. Wenn ich also nichts gegen etwas unternehmen kann, muss ich mich vielleicht fragen „Was kann ich für das Gute tun?“

Damit die Welt ein besserer Ort wird? Genauso, wie es im 3. Rosenblatt beschrieben wird. Im Vaterunser, in dem Gebet, in welchem unser Auftrag auf Erden ganz klar geschrieben steht: „Wie im Himmel, so auf Erden“

(Das 3. Blütenblatt = Dienen, nach dem Buch VATER  UNSER – Deine Schatzkarte zu Gott, von Kathleen McGowan)

Das ist unsere Aufgabe. Diese Verpflichtung sind wir eingegangen, als wir auf diese Welt gekommen sind.

 

Vor ein paar Tagen war ich auf Lourdes Wallfahrt. Beim internationalen Gottesdienst in der unterirdischen Basilika Papst Pius X. waren 106 Priester anwesend, habe ich mir jedenfalls sagen lassen. Ich habe sie selber nicht gezählt. Außerdem waren ein paar Bischöfe dabei. Der Geistliche im prächtigsten Gewand saß gar auf einem roten Thron. Das hat mich sehr verwundert. Hatte ich doch zuvor erfahren, dass das Mädchen Bernadette vor exakt 160  Jahren von der Gottesmutter Maria auserwählt wurde, weil sie von niedrigstem Stand war. Weil Bernadette arm und ungebildet war. Und genau deshalb wurde sie auserwählt, um den Menschen zu zeigen, wie wichtig jeder einzelne Mensch ist und wie groß seine Aufgabe. Warum also muss ausgerechnet der ranghöchste Geistliche auf einem roten Thron sitzen? Sollte er nicht viel mehr unter dem Kreuze Christi knien?

Jesus hat seinen Jüngern beim letzten Abendmahl die Füße gewaschen, um ihnen zu zeigen, dass auch sie bereit sein sollen, zu dienen. Er hat sich nicht dafür feiern lassen. Jesus hat den Menschen geehrt und nicht umgekehrt. Jesus war mitten unter ihnen – nicht auf einem Thron.

Was also begreife ich da einfach nicht? Was habe ich damit überhaupt zu schaffen? Kann ich in einer Kirche, die so konträr auftritt zu dem was sie predigt, überhaupt richtig sein?

Da kommt gerade noch rechtzeitig der Lichtblick in den Nachrichten: Ein Dokumentarfilm über Papst Franziskus wurde in Cannes vorgestellt, in dem der Papst sagt:  „Solange wie eine Kirche ihre Hoffnung darauf setzt, reich zu sein, ist Jesus nicht darin zuhause“.

Ha! Da hegt der Papst doch genau die gleiche Kritik wie ich.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe durch mein Tun.

Wie im Himmel, so auf Erden.

Veröffentlicht in: Blog

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